Bewusstseinstexte Dr. W.-J. Maurer

Geschichten aus der Paar- und Sexualtherapie

von Dr. Wolf-Jürgen Maurer

 

Die tragische Geschichte eines Mannes, der sich selbst für eine Beziehung verriet:

 

Ich war männlich, verwegen, ich war frei und hatte lange Haare.

Meine Frau lernte mich kennen, nicht umgekehrt. Sie stellte mir förmlich nach. Egal wo ich hin kam, sie war schon da. Es ist nun zwölf Jahre her. Damals war ich eingefleischter Motorradfahrer, trug nur schwarze Sweat-Shirts, ausgefranzte Jeans und Bikerstiefel, und ich trug lange Haare.

Selbstverständlich hatte ich auch ein Outfit für besondere Anlässe. Dann trug ich ein schwarzes Sweat-Shirt, ausgefranzte Jeans und weisse Turnschuhe.

Hausarbeit war ein Übel, dem ich wann immer es möglich war aus dem Weg ging.

Aber ich mochte mich und mein Leben. So also lernte sie mich kennen. „Du bist mein Traummann. Du bist so männlich, so verwegen und so frei.“

Mit der Freiheit war es alsbald vorbei, da wir beschlossen zu heiraten. Warum auch nicht, ich war männlich verwegen, fast frei und ich hatte lange Haare.

Allerdings nur bis zur Hochzeit. Kurz vorher hörte ich sie sagen: „Du könntest wenigstens zum Frisör gehen, schließlich kommen meine Eltern zur Trauung.“

Stunden, – nein Tage später und endlose Tränen weiter gab ich nach und ließ mir eine modische Kurzhaarfrisur verpassen, denn schließlich liebte ich sie, und was soll`s, ich war männlich, verwegen, fast frei und es zog auf meinem Kopf.

Und ich war soooo lieb.

„Schatz ich liebe Dich so wie Du bist“, hauchte sie.

Das Leben war in Ordnung obwohl es auf dem Kopf etwas kühl war. Es folgten Wochen friedlichen Zusammenseins bis meine Frau eines Tages mit einer großen Tüte unterm Arm vor mir stand. Sie holte ein Hemd, einen Pullunder (Bei dem Wort läuft es mir schon eiskalt den Rücken runter) und eine neue Hose hervor und sagte: „Probier das bitte mal an.“ Tage, Wochen, nein Monate und endlose Papiertaschentücher weiter gab ich nach, und trug Hemden, Pullunder (Ãrrrgh) und Stoffhosen.

Es folgten schwarze Schuhe Sakkos, Krawatten und Designermäntel. Aber ich war männlich, verwegen, tot chic und es zog auf meinem Kopf.

Dann folgte der grösste Kampf. Der Kampf ums Motorrad.
Allerdings dauerte er nicht sehr lange, denn im schwarzen Anzug der ständig kneift und zwickt lässt es sich nicht sehr gut kämpfen. Außerdem drückten die Lackschuhe was mich auch mürbe machte. Aber was soll`s, ich war männlich, spießig, fast frei, ich fuhr einen Kombi, und es zog auf meinem Kopf.

Mit den Jahren folgten viele Kämpfe, die ich allesamt in einem Meer von Tränen verlor. Ich spülte, bügelte, kaufte ein, lernte Deutsche Schlager auswendig, trank lieblichen Rotwein und ging Sonntags spazieren. Was soll`s dachte ich, ich war ein Weichei, gefangen, fühlte mich scheiße und es zog auf dem Kopf.

Eines schönen Tages stand meine Frau mit gepackten Koffern vor mir und sagte: „Ich verlasse Dich.“
Völlig erstaunt fragte ich sie nach dem Grund.
„Ich liebe Dich nicht mehr, denn Du hast Dich so verändert. Du bist nicht mehr der Mann den ich mal kennengelernt habe.“

Vor kurzem traf ich sie wieder. Ihr „Neuer“ ist ein langhaariger Biker mit zerrissenen Jeans und Tättowierungen der mich mitleidig ansah.

Ich glaube ich werde Ihm eine Mütze schicken…

Herrlichen Stoff für die Kunst der Ehezerrüttung liefern immer wieder die Unterschiedlichkeit der Geschlechter. Zudem lebt jeder Mensch in seiner ganz eigenen Welt. Jeder sieht die Welt durch seine eigene Brille und hält sie für die einzig wahre Wirklichkeit. So bastelt mancher an seiner eigenen dramatischen Problemgeschichte. Wir lassen deshalb Paare gemeinsam Erlebtes getrennt voneinander aus Ihrer subjektiven Perspektive aufschreiben:

 

Zwei verschiedene Tagebücher über denselben Abend

Ihr Tagebuch:

Am Samstag Abend hat er sich echt komisch verhalten. Wir wollten noch auf ein Bier ausgehen. Ich war den ganzen Tag mit meinen Freundinnen beim Einkaufen und kam deswegen zu spät womöglich war er deswegen sauer. Irgendwie kamen wir gar nicht miteinander ins Gespräch, so dass ich vorgeschlagen habe, dass wir woanders hingehen, wo man sich besser unterhalten kann. Er war zwar einverstanden, aber blieb so schweigsam und abwesend. Ich fragte, was los ist, aber er meinte nur „nichts“. Dann fragte ich, ob ich ihn vielleicht geärgert habe. Er sagte, dass es nichts mit mir zu tun hat, und dass ich mir keine Sorgen machen soll. Auf der Heimfahrt habe ich ihm dann gesagt, dass ich ihn liebe, aber er fuhr einfach weiter. Ich versteh ihn einfach nicht, warum hat er nicht einfach gesagt „ich liebe Dich auch“. Als wir nach Hause kamen, fühlte ich, dass ich ihn verloren hatte, dass er nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Er saß nur da und schaute fern er schien weit weg und irgendwie abwesend. Schließlich bin ich dann ins Bett gegangen. Er kam 10 Minuten später nach und zu meiner Überraschung hat er auf meine Liebkosungen reagiert und wir haben uns geliebt. Aber irgendwie hatte ich immer noch das Gefühl, dass er abgelenkt und mit seinen Gedanken weit weg ist. Das alles wurde mir zu viel, so dass ich beschlossen habe, offen mit ihm über die Situation zu reden, aber da war er bereits eingeschlafen. Ich habe mich in den Schlaf geweint. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich bin fast sicher, dass er eine andere hat. Mein Leben hat keinen Sinn mehr.

Sein Tagebuch:

Heute hat Bayern München verloren, aber wir hatten prima Sex.

(Drama, Drama , Drama, Baby!)

 

 

Da ich selbst Schwabe bin, darf ich auch die nachfolgende Geschichte erzählen, die das Klischee der Cleverness aber auch der Knickrigkeit natürlich voll bestätigt:

„Sex uff schwäbisch“

Ein Paar aus Stuttgart sitzt beim Therapeuten.

Der Therapeut fragt : “ Was kann ich für sie tun? “

Der Mann antwortet: „Würden sie uns beim Sex zuschauen? “

Der Therapeut ist erstaunt über dieses Anliegen, stimmt aber zu. Als das Paar fertig ist, sagt der Therapeut :

„Es tut mir leid, aber ich finde nichts Aussergewöhnliches an ihrer Art Sex zu haben“, und verlangt 80 € für die Sitzung.

Im folgenden Quartal wiederholt sich das Ganze: 2× in der Woche kommt das Paar, hat Sex, bezahlt 80 € und geht wieder.

Nach einigen Wochen fragt der Therapeut:

„Entschuldigen sie die Frage, aber was genau versuchen sie eigentlich heraus zu finden? “

Sagt der Mann:

“ Nix ….!!!  Aber sie isch verheiratet,

zu ihr könnet mer net,

i bin au verheiratet,

zu mir könnet mer also au net..!

Das Holiday Inn verlangt 150 € für oi Zimmer,

das Graf Zeppelin 360 €.

Wenn mer zu ihne komme, dann henn mir:

A) a sauguts Alibi……

B) s koschtet uns nur 80 € ……. und

C) die Krankenkasse erstattet uns 67,50 € zurück!“

 

 

Paarbeziehungen sind in unserer schnell-lebigen energiezehrenden Zeit eine der wichtigsten Ressourcen und Kraftquellen. Aber Beziehungen müssen eben auch gepflegt werden-Verliebtheit reicht nie. Wer aus seinen dysfunktionalen Beziehungs-Mustern nichts lernt, dem nützt auch kein Partnerrecycling-die Hoffnung stirbt zwar bekanntlich zuletzt-, so kann man sich das Leben und die Liebe auch immer wieder zur Hölle machen:

Vor und nach der Hochzeit

Oftmals hört man von verheirateten Menschen, dass der Schritt vom Verliebtsein zum Horror nur aus einem kleinen Schritt besteht – der Hochzeit.

Vor der Hochzeit:
Sie: Ciao Bernhard!
Er: Na endlich, ich habe schon so lange gewartet!
Sie: Möchtest Du, dass ich gehe?
Er: NEIN! Wie kommst du darauf? Schon die Vorstellung ist schrecklich für mich!
Sie: Liebst Du mich?
Er: Natürlich! Zu jeder Tages- und Nachtzeit!
Sie: Hast Du mich jemals betrogen??
Er: NEIN! Niemals! Warum fragst Du das?
Sie: Willst Du mich küssen?
Er: Ja, jedes Mal, wenn ich Gelegenheit dazu habe!
Sie: Würdest Du mich jemals schlagen?
Er: Bist Du wahnsinnig? Du weißt doch wie ich bin!
Sie: Kann ich Dir voll vertrauen?
Er: Ja.
Sie: Schatzi…

Sieben Jahre nach der Hochzeit:
Text einfach nur von unten nach oben lesen …!

 

 

Wichtig ist auch, das eigene „Beuteschema“ zu überprüfen –  bei wiederholtem Beziehungsscheitern.

Und manchen vergeht, verständlicherweise, der Appetit – auf Beziehung – ganz.

 

Ein Märchen – nur für die moderne Frau

Es war einmal in einem Land – weit weg – eine wunderschöne, unabhängige und sehr selbstbewusste Prinzessin. Eines Tages beobachtete sie einen Frosch in einem Biotop in ihrer Ökowiese unweit ihres Schlosses.

Da sprang der Frosch in ihren Schoß und sprach:

„Elegante Lady, einstmals war ich ein hübscher Prinz – bis mich eines Tages eine böse Hexe verzaubert und mit diesem Fluch belegt hat.

Ein Kuss von dir und ich werde wieder der schmucke junge Prinz, der ich einmal war. Dann, Süße, können wir heiraten, einen Haushalt im Schloss meiner Mutter führen, wo du meine Mahlzeiten bereitest, meine Wäsche wäschst und bügelst, meine Kinder gebärst und groß ziehst und damit glücklich bist, bis an das Ende deiner Tage.“

An diesem Abend saß die Prinzessin leise lächelnd vor einem Glas Chardonnay und leckeren Froschschenkel in einer leichten Zwiebel-Weißwein-Soße ……

 

Wer keinen Humor hat, sollte am besten gar nicht heiraten.

 

Damit Sie die Freude an Liebe und Partnerbeziehung nicht verlieren,

empfehle ich Ihnen mein Hörbuch zum Thema Liebe, Lust und Leiden – PSYCHOSOMATIK SCHEIDEGG Folge 9

„Partnerschaft und die Kunst der Ehezerrüttung“ zum Thema Liebe, Lust und Leiden

 

Dr. Wolf Maurer

 

 

 

 

 

Dazu passende/weiterführende PSYCHOSOMATIK SCHEIDEGG Folgen:

9, 27, 19, 25, 26, 21, 15, 17, 7

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Kommentare

sevenundsixty + = fiveundseventy

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