Bewusstseinstexte Dr. W.-J. Maurer

Authentisch sein statt fassadenhafte Selbstoptimierung

von Dr. Wolf-Jürgen Maurer

 

Viele Menschen lehnen eigene Anteile und Eigenschaften ab, die sie selbst als makelhaft beurteilen und versuchen diese hinter einer perfekten glatten Fassade zu verstecken – aus Angst vor Ablehnung.

Sie arbeiten zwanghaft an der Selbstoptimierung und basteln eine perfektes Scheinbild – oft genau das Gegenteil des Menschen, der sie eigentlich sind.

Sie merken nicht, dass Anderen dadurch das Gefühl, wirklich mit ihnen in Kontakt zu sein, fehlt. Was nicht verwunderlich ist, da dieser Mensch ja selbst nicht in Kontakt mit sich ist und wesentliche ungeliebte Seiten verdrängt und ablehnt.

Aber genau das, was verdrängt werden soll, kommt letztlich doch früher oder später wieder zum Vorschein – oft durch die Hintertür, über Krankheit oder Beziehungsprobleme.

Oft erwarten solche Menschen Anerkennung und Bewunderung für ihre perfekte Darbietung und Leistung und entziehen anderen ihre Liebe, wenn sie andere Meinungen erleben oder Bewunderung ausbleibt -sie schotten sich emotional noch weiter ab aus Selbstschutzgründen und Sorge um ihr idealisiertes Selbstbild und strengen sich für die Selbstoptimierung noch mehr an – bis zur völligen Erschöpfung und sozialen Vereinsamung.

Sie werden dadurch leider immer einsamer, genauso wie man sich mit ihnen durch den fehlenden Kontakt auch einsam fühlt, weil man sie als Mensch nicht richtig spüren und kennenlernen kann. Man weiß nicht, was sie wirklich bewegt, wovor sie Angst haben, was sie sich wünschen, was sie denken, was ihnen Freude macht.

Früher oder später geben die anderen Menschen auf, verlieren den Respekt und wenden sich unzufrieden ab. Leider erleben diese Menschen dann genau das, was sie durch ihre zwanghafte Selbstverleugnung und ihrer perfektionistische Fassade vermeiden wollten: sie werden auf breiter Front abgelehnt.

Durch die emotionale Verschlossenheit aus Angst vor Verletzlichkeit leben diese Menschen nicht mit offenem Herzen, sondern trachten danach, unfehlbar zu wirken. Sie scheinen dadurch unerreichbar und werden einsam. So führt ihr Streben nach Perfektion und Kampf gegen ihre ungeliebten Schattenseiten nicht zu Zugehörigkeit und Wertschätzung, die sie doch eigentlich ersehnten – sondern zu Selbstentfremdung und seelischer Erkaltung und Einsamkeit.

Nähe und Verbundenheit empfinden wir nur, wenn wir einen Menschen so kennen lernen dürfen wie er wirklich ist; und kein Mensch ist perfekt. Perfektionsstreben ist unmenschlich. Denn wir alle haben Makel und Schwächen – genau dieses Gesamtpaket mit Stärken und allen „special effects“ macht uns einzigartig und liebenswert – und als Mensch authentisch spürbar und sympathisch.

Nur echte Menschen können Verbindung herstellen. Lieben und sich lieben lassen.

Hinter der perfekten Fassade lauert dauernd die Angst, denn jederzeit kann die Maske verrutschen und bröckeln.

Und noch schlimmer: oft hat der Mensch keine Maske, die er in anderen Situationen auch mal ablegen kann, sondern die Maske hat ihn – fest im Griff –  er hat sich dann selbst verloren.

Dann setzt durch krisenhafte Symptome und Beziehungsschwierigkeiten der fruchtbare Weg zurück zu sich selbst und zur eigenen Lebendigkeit ein über Mut zu Verletzlichkeit, die Fähigkeit sich selbst auszuhalten und bedingungslos anzunehmen und echte Herzensverbundenheit.

Mut zu sich selbst zu stehen

wünscht Ihnen

 

Ihr Dr. Wolf Maurer

 

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15, 21, 5, 7, 6, 13, 18, 23

Selbstwert,

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