Bewusstseinstexte Dr. W.-J. Maurer

Angst ist das Tor zur Freiheit.

von Dr. med. Wolf-Jürgen Maurer

 

Wenn es uns gelingt, unsere Angst näher zu beleuchten, ist das ein Grund zum Feiern, weil wir dadurch heilen und von unserem kleinen ängstlichem Ich zu unserem wahren Selbst zurückfinden können.
Wenn wir die Angst als Fingerzeig betrachten, der uns zeigt, wo wir uns selbst verloren haben – in der Hoffnung uns zu schützen. Sich durch das, was wir fürchten, frei machen zu lassen und dem Mut das Kommando zu übertragen, ist allerdings nichts für schwache Nerven. Sie werden nicht umhinkommen, sich der Wahrheit über sich selbst zu stellen – wer Sie sind und wer nicht. Dieser Prozess erfordert vollkommene Ehrlichkeit und radikales Mitgefühl mit Ihnen selbst, während Sie die unwahre Fassade durchstoßen, die das kleine Ich erschaffen hat – angeblich um Sie zu »schützen«.
Die meisten von uns lassen sich vom Selbstbetrug blenden und gehen den ängstlichen Lügen unseres kleinen Ichs so häufig auf den Leim, dass wir nicht mal mehr wissen, was die Wahrheit ist. Wir ahnen vielleicht, wie es sich tatsächlich verhält – doch oft ist es zu unbequem, sich ihr direkt zu stellen. Die Wahrheit kann gleichermaßen brutal und wunderbar sein: Sie verlangt von uns, alle einschränkenden Glaubenssätze zu untersuchen, die unbewusst unser Leben bestimmen. Und zu erkennen, wie wir unser eigenes Leiden erschaffen, kann schmerzhaft sein. Vielleicht müssen Sie sich im Interesse der Wahrheit eingestehen, dass Sie in Ihrer festen Beziehung unglücklich sind. Vielleicht müssen Sie sich auch der Tatsache stellen, dass Sie für das Gehalt auf Ihrem Konto Ihre Seele verkaufen. Vielleicht müssen Sie lernen, Nein zu sagen, obwohl andere Ihr verträgliches kleines Ich gewohnt sind. Das kommt bei Menschen, die Ihnen wichtig sind, vielleicht nicht so gut an. Und das braucht Mut. Entscheidungen zu treffen, die mit der Integrität Ihrer Seele im Einklang stehen, ist nicht einfach. Mut zu kultivieren hat nichts damit zu tun, Angst abzulehnen – es geht lediglich darum, sie in eine Chance zu verwandeln, an der die Seele wachsen kann. Wenn Sie sich erst einmal auf den Weg begeben haben, Mut zu kultivieren, vollführt das Universum in allem, was es tut, um Sie zu führen und zu unterstützen, einen kleinen Freudentanz, weil Sie endlich drauf und dran sind, alle Schichten abzuschälen, die Ihr wahres Selbst verdecken. Sie werden, wer Sie wirklich sind. Alles, was nicht dazugehört, fällt von Ihnen ab.
Wer wären Sie, wenn die Angst Sie nicht zurückhielte? Was würden Sie alles tun, wenn Sie keine Angst hätten? Welche Wagnisse würden Sie vielleicht eingehen? Wie würden Sie lieben? Welche Arten von Beziehungen hätten Sie? Wie sähe Ihre Arbeit aus? Wie würden Sie anderen dienen? Welche Wahrheit würden Sie aussprechen? Wie würden Sie leben, wenn jeder Aspekt Ihres Lebens auf das ausgerichtet wäre, was den Werten Ihrer Seele entspricht? Was für ein Gefühl wäre es, wenn nichts Sie davon abhielte, Ihr mutigstes Leben zu führen? Stellen Sie sich vor, Sie werden morgens wach, und statt Angst zu haben vor dem, was der Tag bringen mag, öffnen Sie die Augen und sind gespannt auf all die Möglichkeiten, die er bereithält. Sie merken, dass Sie sich weniger auf das konzentrieren, was Ihnen fehlt, und mehr auf das, was Sie an Ihrem Leben schätzen.

Sie müssen keine faulen Kompromisse eingehen, die Ihre eigene Integrität untergraben, um zu bekommen, was Sie wollen. Sie finden Sinn in Ihrer Arbeit. Für Sie haben Beziehungen zu Menschen Vorrang, die ebenfalls bestrebt sind, sich dem Würgegriff der Angst zu entziehen, damit Sie einander wechselseitig unterstützen können. Ihr Herz ist weniger auf der Hut. An die Stelle des Abgeschnittenseins, der Einsamkeit und des Getrenntseins treten Gefühle, die einem offenen Herzen entspringen: Liebe, Mitgefühl und Verbundenheit mit allen Lebewesen. Sie entdecken an sich eine ungeahnte Begeisterung für bislang unterdrückte Passionen, Träume, Aktivitäten. Statt sich vor einem Verlust zu schützen, akzeptieren Sie ihn als unvermeidlichen Initiationsprozess, der zu Ihrem seelischen Wachstum beiträgt. Statt sich von dem bedroht zu fühlen, was Sie nicht wissen oder nicht verstehen, sind Sie einfach nur neugierig. Das kleine Ich, das ehemals in Ihrem Kopf vor sich hin plapperte und Sie mit Untergangsfantasien ängstigte, gibt langsam Ruhe. Stattdessen spüren Sie eine innere Stille, bei der Sie Zuflucht finden und die Sie mutig macht. Ihr neu entdeckter Mut macht Sie mitnichten leichtsinnig in Ihrem Verhalten, da Sie von Ihrer Integrität geleitet werden. Von Ihrem inneren Kompass gesteuert haben Sie es nicht nötig, Ihre Entscheidungen und Handlungen von unangebrachter Angst leiten zu lassen.Andere könnten sich dadurch geradezu magnetisch angezogen fühlen von Ihrer Güte und inneren Ruhe. Ihr Friede überträgt sich auch auf Ihr Berufsleben.Sie merken womöglich, wie eine unerwartete Kreativität aus Ihnen hervorsprudelt.Ihr Sexleben wird möglicherweise leidenschaftlicher, weil Sie nicht länger fürchten, Ihrem authentischen sexuellen Ich freie Hand zu lassen. Vielleicht ändert sich Ihr körperliches Erscheinungsbild, und Sie bekommen zu hören, wie viel schöner Sie auf einmal wirken, seit Ihr inneres Licht nach außen strahlt. Sie stellen fest, dass Sie sich energiegeladener fühlen, dass es Ihnen leichter fällt, ein gesundes Gewicht beizubehalten, und dass körperliche Symptome verschwinden, die Sie vielleicht geplagt haben. Unter Umständen verschwinden zu Ihrer Überraschung vielleicht ganz ohne medizinische Behandlung chronische Erkrankungen. Wenn Ihre Entscheidungen nicht von Angst bestimmt werden, kann das Ihr ganzes Leben verändern.

Sterbende bedauern es meiner Erfahrung nach selten, nicht genug Kontrolle über ihr Leben gehabt zu haben – sie bedauern vielmehr, dass sie nicht mehr riskiert haben. Sie trauern Träumen nach, die sie nicht zu verwirklichen suchten; Dingen, die ihnen leidenschaftlich am Herzen lagen und aus denen sie nichts machten. Noch mehr bedauern sie es, ihr Herz nie ganz geöffnet zu haben. Sie bereuen es, Liebe unausgesprochen gelassen zu haben – und wie sie sich selbst ausbremsten. Den Panzer, den sie sich anlegten, um sich in ihrer Verletzlichkeit zu schützen. Werden Sie nicht jemand, der am Ende Ihres Lebens viel bedauert. Lassen Sie sich von der Angst nicht zurückhalten. Es ist noch nicht zu spät. Noch ist Zeit. Statt sich von Ihren Ängsten einschränken zu lassen, lassen Sie für den Rest Ihres Lebens den mutigen Teil Ihrer selbst ans Steuer. Gehören Sie zu den Menschen, die eines Tages lebenssatt sterben, bei denen keine Passion unerfüllt und keine Liebe unausgedrückt geblieben ist, erfüllt von einer inneren Stille, die von der Harmonie mit Ihrem wahren Selbst herrührt. Ihr Herz hat die Weite, die es dazu braucht. Lassen Sie Ihre unbegründete Angst und Ihre Erwartungen und Kontrollstrategien los, auch wenn ihr kleines ängstliches Ich die Krise kriegt, üben Sie sich in Vertrauen, hören Sie auf Ihre innere Herzensstimme Ihres höheren Selbst und lassen Sie sich von Ihrer inneren intuitiven Wahrheit, Ihrem mitfühlenden weisen Selbst leiten- und kultivieren Sie den Mut, längst fällige Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu wahrer Freude und innerem Frieden zu gehen.

Das wünscht Ihnen,
Dr. Wolf Maurer

 

Eure Zeit ist begrenzt, also verschwendet sie nicht, indem ihr das Leben von jemand anderem lebt. Seid nicht in einem Dogma gefangen, was bedeutet, mit den Ergebnissen zu leben, die andere Menschen erdacht haben. Lasst den Lärm anderer Meinungen nicht eure innere Stimme übertönen. Und am wichtigsten: Habt den Mut, eurem Herzen und eurer Intuition zu folgen. (Steve Jobs)

Es gibt ein wunderbares Zitat, das Anaïs Nin zugeschrieben wird:
»Und es kam die Zeit, wo das Risiko, fest verschlossen als Knospe zu verharren, mit mehr Schmerz behaftet war als das Risiko, das einzugehen war, um zu erblühen.«

Bitte schauen Sie sich folgenden inspirierenden Hörsaal-Slam von Julia Engelmann an:

REIN IN DIE ANGST! Vermeide und Verträume nicht länger Dein Leben,sondern lebe Deine Träume – das wünscht Dr. Wolf Maurer

 

Dazu passende/weiterführende PSYCHOSOMATIK SCHEIDEGG Folgen:

2, 7, 5, 8, 14, 13, 15, 16, 20, 21, 22, 23, 25

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